Adresse
und Kontakte
Botanischer Garten der
Naturwissenschaftlichen Fakultät der Masaryk-Universität
Kotláøská 2
CZ-611 37 Brno
Tschechische Republik
Tel.: +420 549 497 772
(Büros)
+420 549 492 548 (Gewächshäuser)
Fax:
+420 541 211 214
e-mail: zahrada@sci.muni.cz
(Exkursionenbestellungen)
Wie
kommen Sie zu uns?
Vom Hauptbahnhof sowie
vom Stadtzentrum fahren Sie mit der Straßenbahn Nr. 12 und 13, Richtung Královo
Pole, oder mit Nr. 3 und 11, Richtung Bystrc. Steigen Sie auf der Haltestelle
Koneèného námìstí aus, direkt am Botanischen Garten. Von der Èeská-Straße
im Zentrum kann man auch mit dem Trolleybus Nr. 32, 34, 36 fahren, auf der
Haltestelle Sušilova aussteigen – von der anderen Seite der
Naturwissenschaftlichen Fakultät.
Öffnungszeiten:
Der Garten ist für die
Öffentlichkeit ganzjährig geöffnet. An Werktagen ist der Eingang durch das Pförtnerhaus
der Naturwissenschaftlichen Fakultät (Kotláøská 2), an Wochenenden und während
der Ausstellungen durch das Tor gegenüber der Straßenbahnhaltestelle von der
Veveøí-Straße. Die Einfahrt ins Areal mit PKWs oder Bussen ist nicht möglich,
es gibt hier keinen Parkplatz. Parken wird nur den angemeldeten Exkursionen der
Personen mit Behinderten-Ausweis ermöglicht.
In der Wintersaison (Oktober
bis März) ist täglich von 9 bis
15 Uhr geöffnet.
In der Sommersaison (April
bis September) ist an Arbeitstagen von 9 bis 17 Uhr, an Wochenenden von 9 bis 16
Uhr geöffnet. Gewächshäuser sind von 9 bis 16 Uhr geöffnet.
An Feiertagen ist der
Garten in der Regel geschlossen.
Eintritt in den Garten
ist frei, in die Gewächshäuser
kostet 40,- Kè; Kinder, Studenten, Pädagogische Aufsicht und Rentner bezahlen 20,- Kè. Bei den Ausstellungen kann das Eintrittsgeld verschieden sein.
Für kollektive vorher
angemeldete Exkursionen bieten wir Fachführung in tschechischer Sprache an. Wir
empfehlen, die Exkursionen per e-mail: zahrada@sci.muni.cz
zu bestellen, denn am Telefon sind wir nicht immer zu erreichen. Während der
Ausstellungen gibt es keine Führungen.
Geschichte
des Botanischen Gartens
Der Brünner
Botanisches Garten war im J. 1922 von Professor Josef Podpìra gegründet.
Professor Podpìra baute zugleich
auch das Botanische Institut der neu entstehenden Naturwissenschaftlichen Fakultät
der Masaryk-Universität auf, die aus Anregung vom Präsitenten Masaryk nach der
Gründung der Tschechoslowakischen Republik im J.1918 als zweite tschechische
Universität entstanden ist. Die Unterbringung des Botanischen Garten sowie der
ganzen Naturwissenschaftlichen Fakultät in das Areal der früheren
Stadtarmenanstalt in der Kotláøská-Straße sollte ein Provisorium sein, bis
man in Brünn mehr geeignete Räume findet. Dieses Provisorium dauert bis heute.
Obwohl der größere Teil der Fakultät nach 2008 in den neuen Universitätskampus
in Brünn-Bohunice umzieht, bleibt der Botanische Garten jedoch an seiner
Stelle. Heute kann man den Garten
schon für einen historischen halten und seine Unterbringung inmitten der Stadt
ist in vieler Hinsicht ein unersetzliches Unikat. Die Sammlungen orientierten
sich zuerst vor allem auf die südmährische und slowakische Flora, später
wurden sie mit weiteren Arten der gemäßigten Zone der ganzenWelt ergänzt. Das
erste Gewächshaus wurde im J. 1924 an der Stelle des heutigen Wasserbeckens mit
der Fontane „Frosch“ und gleich im ersten Jahr blühte hier die tropische
Seerose Viktoria aus. Während des Zweiten Weltkriegs war der Garten zum Teil in
einen Gemüsegarten umgewandelt, erlitt dadurch viele Schäden, die Gewächshäuser
waren zerbrochen und in den Garten fielen auch einige Bomben. Die Hochschulen
waren zu dieser Zeit geschlossen. Nach dem Krieg wurde alles schrittweise
erneuert, die Gewächshäuser wurden repariert und fertiggebaut. Immer wieder
sprach man auch von dem Umzug des Gartens in ein größeres Territorium am Rande
der Stadt. Mit der Zeit wurden
reiche Sammlungen der Außenarten (heute cca 2400 Taxa) sowie der tropischen und
subtropischen Arten (heute cc. 1500 Taxone) aufgebaut. In den 70er – 90er
Jahren der sozialistischen Tschechoslowakei war der Botanische Garten eine an
der Naturwissenschaftlichen Fakultät nur geduldete Last. Das Studienfach
Systematische Biologie existierte nicht. Die beste Strategie war nicht
herauszuragen, und so wurden die Sammlungen leise und konzentriert erweitert.
Der Garten orientierte sich mehr an die Öffentlichkeit, organisierte
Ausstellungen, Vorträge u.ä. Nach 1989 begann die schrittweise Rekonstruierung
der alten Anlage und der Ausstattung des Gartens, in den Jahren 1995 – 97
wurden die neuen Gewächshäuser aufgebaut (Gesamtfläche 1.100m2).
Auch der Parteur vor den Gewächshäusern wurde umgebaut, samt der Beete des
Pflanzensystems.
Eine Vielzahl von ganzjährig
ausgestellten Kunstwerken unterstreicht die wunderschöne Atmosphäre inmmitten
der Sezessionshäuser eines der schönsten Stadtviertel Brünns – Veveøí.
Der Botanische Garten bietet heutzutage ein reiches ganzjähriges Programm an,
welches nicht nur aus den Führungen besteht; zu einer Regel wurden minimal drei
Ausstellungen im Jahr und andere Aktionen.
Bromelien
Sie befinden sich im
Gewächshaus, wo Sie die Ananas- oder Bromeliengewächse kennenlernen können.
Diese Familie zählt 59 Gattungen mit etwa 2400 Arten. Bromelien kommen vor
allem aus Mittel- und Südamerika. Die Blätter dieser Pflanzen sind in Rosetten
geordnet.
Bromelien teilt man in
vier ökologische Gruppen, die auch verschieden aussehen. Die erste Gruppe sind
Bodenpflanzen, die in trockeneren Bergbedingungen, vor allem in den Anden
wachsen. Diese Pflanzen besitzen Blattrosetten mit harten, stacheligen, oft mit Schuppen bedeckten Blättern. Das Wurzelsystem ist
gut entwickelt. Von dieser Gruppe sehen Sie hier die Arten Hechtia argenta und
Puya mirabilis.
Die zweite Gruppe
umfasst die Arten, die meistens epiphytisch in stabilen Bedingungen des
Regenwaldes wachsen. Diese Arten haben breite Blatttrichter. Die Blätter sind
grün, glatt, stachellos, auf der unteren Seite verbreitet und sie umranken
einander. So entsteht ein verdichteter Trichter, in dem das Regenwasser
aufgefangen wird, welches dann die Pflanze ausnützt. In das Wasser im Trichter
legen einige Lebewesen ihre Eier. Es können z.B. Insekten oder Amphibien sein,
denen das Wasser als Fortpflanzungsraum dient. Von dieser Gruppe haben wir hier
z.B. einige Arten der Gattungen Vriesea und Guzmania.
Die Pflanzen der
dritten Gruppe haben schmale Trichterrosetten mit harten, am Rande stacheligen
Blättern. Es sind meistens Bodenpflanzen, die in den Gebieten vorkommen, wo
trockene und regnerische Perioden wechseln, und sie müssen an große
Temperaturschwankungen während des Tages angepasst sein. Diese Gruppe ist im
Glashaus mit den Gattungen Aechmea, Billbergia, Neoregelia und Nidularium reich
vertreten. Der Gattung Cryptanthus ist ein selbständiger Tisch gewidmet, wo
einige Arten und Kultivare untergebracht sind. Diese Gattung stammt aus
Brasilien und läßt sich sehr gut auch in der Wohnung züchten. Interessant ist
die Art Cryptanthus bivittatus, die auf der Oberseite der Blätter zwei helle Längsstreifen
hat. Von den Kultivaren ist der Black Mystic besonders schön, der die
ausdruckvolle Zeichnung auch in den Wintermonaten hat. Die Gattung Aechmea ist
hier vorgestellt mit den Arten Aechmea fasciata mit rosenfarbigem Blütenstand,
Aechmea miniata, die regelmäßig mit expressivem rotem Blütenstand blüht, und
mit der seltenen Aechmea chantinii. Die größte Art in unserer Exposition heißt
Aechmea mariae-reginae. Von der Gattung Billbergia ist
Billbergia nutans am bekanntesten, die volkstümlich Zimmerglatthafer heißt.
Zu dieser Gruppe gehören auch einige Arten der insektenverdauenden Pflanzen,
die von den Stoffen aus zersetzten, im Wasser ertrunkenen Lebewesen leben.
Die vierte Gruppe
stellen die Pflanzen dar, welche einen verlängerten Stengel haben, der oft auf
der Basis zwiebelförmig geschwollen ist; ihre Blätter sind schmal und mit
Schuppen bedeckt. Diese Pflanzen wachsen epiphytisch in den niederschlagsarmen
Gebieten und sie leben von der Luftfeuchtigkeit. Dazu gehört die Gattung
Tillandsia. An Flechte erinnert die wurzelloseTillandsia usneoides. Blätter und
Stengel sind reich mit Schuppen bedeckt, sodass
sie silberglänzend sind.
Eine bedeutende
Nutzpflanze von dieser Gattung ist Ananas – Ananas comosus, die in unserem
Glashaus auch Früchte bringt. Der Fruchtstand
wächst von der Mitte der Rosette aus, die nach der Fruchtgabe
vertrocknet. Es ist eine sogenannte monokarpische Pflanze.
Sukkulenten
und Kakteen
Die Abteilung mit
sukkulenten Pflanzen stellt die Arten vor, die in ihren Organen beträchtliche
Wassermenge speichern und so unbeschadet ungünstige Trockenperioden überleben
können. Sukkulenten sind an das Leben in Wüsten und Halbwüsten angepasst.
Die größte Gruppe
stellen die Kakteen dar, die fleischigen Stengel haben und ihre Blätter sind in
Dornen umgewandelt, die die Pflanze vor allem vor Pflanzenfressern schützen.
Die Familie der Kakteen ist in Nord- und Südamerika verbreitet. Was die Form
betrifft, ist diese Pflanzengruppe sehr verschiedenartig. In unserer Sammlung
haben wir Kakteen mit verflachten Stengeln, z.B. Opuntia ficus-indica, die
essbare Früchte hat. Säulenkakteen heißen
Cereus peruvianus, und
sie gehören zu unseren ältesten Kakteen. Attraktiv ist die Art Echinocactus
grusonii mit kugelförmigem Körper. Unser Exemplar ist etwa 80 Jahre alt. Sehr
interessant ist die Gattung Mammilaria, deren Vertreter bei uns alljährlich blühen.
Eine Besonderheit stellt die Art Cephalocereus senilis dar, die anstatt der
Dornen weiße Haare hat, welche der Bart ähnlich aussehen. Deshalb wird sie
volkstümlich Greischen genannt.
Am Gartenfenster wächst
eine der wenigen Kakteenarten, die Blätter haben. Sie heißt Pereskia aculeata
und wird als Propfunterlage bei Kakteenkopulieren verwendet.
Zu der artenreichen
Familie der Wolfsmilchgewächse gehören sowie
bei uns wachsende Pflanzenarten als auch tropische oder subtropische Hölzer
oder Sukkulenten. Am häufigsten gezüchtet wird Euphorbia milii, genannt auch
Christusdorn, sowie Euphorbia tetragona oder Euphorbia triangularis. Nach
Verletzung vergießen alle Wolfsmilchgewächse sehr giftige Milch, die auch die
Haut ätzen kann.
Eine andere große
Gruppe bilden Pflanzen, die sukkulente Blätter haben. Auch bei uns hat die fast
in der ganzen Welt verbreitete Familie der Dickblattgewächse ihre Vertreter.
Hier werden Vertreter der Gattungen Aeonium, Crassula, Echeveria a Kalanchoe
gezeigt.
Zu den Liliengewächsen
gehört die Aloe, die aus Südafrika und Madagaskar stammt. Diese Pflanze hat
seit uralten Zeiten große Bedeutung in der Heilkunde. Bei uns wird als
Zimmerpflanze am häufigsten die Art Aloe aborescens gezüchtet. Die Gattung
Agave von der gleichnamigen Familie bildet mächtige Rosetten mit bis 2 m langen
Blättern aus. Sie stammt aus Südamerika, aber wird in Subtropen und Tropen
weltweit gezüchtet. Die bekannteste Art ist Agave americana, jedoch die größte
wirtschaftliche Bedeutung hat Agave sisalana. Aus den Fasern, die die Blätter
dieser Pflanze enthalten, werden Seile, Stricke und Säcke erzeugt.
Zu der Familie der
Agavengewächse gehört auch Nolina recurvata, die Sie inmitten des Gewächshauses
sehen können. Ihr Stengel ist auf der Basis
kandiform (keulenförmig). Unser Exemplar ist etwa 90 Jahre alt. Eine
andere bekannte Gattung ist Sansevieria, die geläufig in Wohnungen gezüchtet
wird. Am häufigsten sind es Sansevieria trifasciata und Sansevieria hahnii.
Unter den Züchtern ist
die Gattung Pachypodium beliebt. Sie gehört zu der Familie der Hundsgiftgewächse
und stammt aus Madagaskar. Es sind Sträucher oder Bäume mit kandiformem Stamm,
auf dessen Wipfel lange grüne Blätter sind. Der Stamm ist im Inneren fleischig,
später hohl und auf der Oberfläche dicht dornig. Am häufigsten wird die Art
Pachypodium lamerei gezüchtet. Zu dieser Familie gehört auch Plumeria alba,
die meistverbreitete Zierpflanze der Tropen. Auf Hawaii werden aus ihren Blüten
die bekannten Halskränze gemacht.
Farne
und Zykassen
Als ob würden Sie
jetzt an das Ende Paläozoikums oder an den Anfang
Mesozoikums geraten. Eben damals herrschten auf der Erde Farne und
Zykassen vor. Farne sind höhere nicht blühende Pflanzen, zu denen Festland-,
Wasser- sowie epiphytische Pflanzen, oder auch Lianen oder Bäume gehören. Sie
vermehren sich durch Sporen, die sich meistens auf der Blattunterseute oder auf
besonderen Organen – den Fruchtblättern -
befinden. Es sind vorwiegend schatten- und feuchteliebende Pflanzen, zu
Hause sind sie auf allen Kontinenten. Bekannt sind ungefähr 10 000 Arten.
Unsere Sammlung umfasst etwa 80 Arten. Zu den interessanten Farnen gehören
Armleuchterpflanzen - Platycerium alcicorne, das sind die auf der Gewächshauskonstruktion
aufgehängten Pflanzen. Es ist eine epiphytisch wachsende Art. Das heißt, dass
sie sich anhaftet und an den Ästen der Bäume wächst, aber parasitiert an
ihrem Wirt nicht.
Die Armleuchterpflanze
hat zwei Arten von Blättern. Mit den flachen breiten Blättern umrankt sie den
Baum, fängt den Humus auf, in den sie sich einwurzelt. Die grünen Blätter
sind geweihförmig und auf deren Spitzen bilden sich auf der unteren Seite die
Sporen.
Auf dem mittleren Beet
befinden sich baumförmige Farne der Gattung Cyathea, die in der
Natur in die Höhe von 5 bis 10 m wachsen. Vorwiegend aus den Baumfarnen war in
der Geschichte die Schwarzkohle entstanden. In der Gegenwart können wir diese
Relikte in den Tropen antreffen,
besonders in Australien. Nicht weniger interessant ist die Art Lygodium scandes,
ein Farn, der lianenartig wächst.
Zykassen sind
nacksamige Hölzer, verwandt mit den heutigen Nadelhölzern. Sie haben einen
unverzweigten Stengel und ihre großen steifen Blätter wachsen in einer
Blattrosette aus dem Wipfel des Stammes heraus. Die Blätter sind im jungen
Stadium gleich wie bei den Farnpflanzen spiralenförmig eingerollt. Bekannt sind
etwa 100 Arten dieser altertümlichen Pflanzen, die zu 9 Gattungen und 3
Familien gehören. Sie sind in den Tropen und Subtropen weltweit verbreitet.
Zykassen sind meistens zweihäusige Arten, d.h. eine Pflanze ist weiblich und
eine männlich. Die Samen bilden sich auf
den Karpelen, die in Strobilus geordnet sein können. In unserem Gewächshaus
haben wir zwei Individuen der bekanntesten Zykasse – Cycas revoluta, die
braune schuppenartige Fruchtblätter hat und darauf große orangefarbene Samen.
Sie werden aber in Gewächshäusern nicht befruchtet. Cycas circinalis ist unser
größtes Exemplar, welches etwa 110 Jahre alt ist. Wir züchten beide
Geschlechter der Art Ceratozamia mexicana, die große Strobili bildet, und auch
die Arten Dioon edule a Encephalartos hildebranthii mit scharf sägenförmigen
Blättern. Gleich an der Gewächshaustür in den Garten steht Stangeria paradoxa.
Diese Pflanze ist dadurch interessant, dass sie einen unterirdischen
knollenartigen Stengel hat und ihre Blätter auffallende Blattadern haben. Eine
der schönsten ist Zamia furfuracea. Sie ist etwa 80 Jahre alt und kommt aus der
Sammlung des bedeutenden Brünner Kakteenzüchters Fleischer. Unsere
Zykassensammlung ist sehr wertvoll.
In der Vitrine befindet
sich Ingwer – Zingiber officinale, dessen Knollen als Gewürz benutzt
oder kandiert und getrocknet werden. Die aufgehängten Pflanzen sind
insektenverdauernde Kannensträucher der Gattung Nepentes. Die Verdaungsflüssigkeit
in den Schläuchen lockt die Insekten an, welche ertrinken und durch Enzyme in Nährstoffe
zerlegt werden, die dann der Pflanze als Dünger dienen. Diese
insektenverdauernden Pflanzen wachsen meistens epiphytisch oder auf nährstoffarmen
Standorten.
Palmengewächshaus
Das Palmengewächshaus
ist 10,5 Meter hoch und dient zum Züchten der tropischen Pflanzen. Sie können
die Wendeltreppe hinaufsteigen und sich von der Galerie das Gewächshaus von
oben ansehen. Sie werden zugleich die Schlingpflanzen sehen, wie z. B.
Bouganvillea glabra, Asparagus falcatus, Riesen-Granadilla
– Passiflora quadrangularis, Jasmin – Jasminum sambac, mit dem Tee parfümiert
wird, und ein dekoratives Exemplar der Rebe - Vitis voinieriana.
Dank ihrem Aufbau und
Wuchs werden sicher verschiedene Palmenarten die Aufmerksamkeit anziehen. Die
Palmen wirkten seit jeher auf den Menschen mit einem besonderen Zauber, sie
waren Symbol von Ruhm und Sieg. Auch das Spektrum ihrer Verwendung ist breit.
Sie dienen als Baumaterial, sie bieten Zucker, Mehl, Früchte, Fett, Wachs,
Faden oder Harz. Natürlicher Verbreitungsareal der Palmen ist in den tropischen
und subtropischen Gebieten. Die Palmen gehören zu der Familie der Palmengewächse
und wir kennen etwa 210 Gattungen mit 3000 Arten. Sie können sehen z.B. Phoenix canariensis, europäische Art
Zwergpalme - Chamaerops humilis,
Trachycarpus fortunei. Wir besitzen auch die Arten Howeia belmoreana,
Washingtonia filifera, Rhapis excelsa. Eine unserer größten
Palmen ist die Königspalme - Roystonea regia, die die Höhe bis 40 m erreicht
und deren Stamm im Durchmesser bis 80 cm haben kann.
Die Gruppe der Palmen ergänzen
einige subtropische Nutzpflanzen. Zu den ältesten Kulturpflanzen gehört der
Olivenbaum (Olea europea). Sie können
hier auch den Granatapfelbaum (Punica
granatum), die Braut-Myrte (Myrtus communis) oder den Edlen Lorbeerbaum (Laurus
nobilis) sehen.
Einen wichtigen
Rohstoff, den Kaffee, gibt der Arabische Kaffeebaum
(Coffea arabica). Es ist ein immergrüner bis in die Höhe von 3 bis 5
Metern wachsender Baum oder Strauch. Weiße Blüten bilden sich in Achseln der
Blätter. Die Frucht ist eine Steinfrucht, sie birgt die Samen –Kaffeebohnen.
Die Pflanze mit mächtigem
grünem mit Dornen bedecktem Stamm ist der Wollbaum – lateinisch Ceiba
pentandra. Der Baum erreicht die Höhe von bis 30 m und in seinen Früchten
bilden sich brüchige watteähnliche
Fasern.
Eine Obstart ist die
Loquate - Eriobotrya japonica. Die Japanische Mispel, wie sie auch heißt, blüht
im Herbst und ihre Früchte werden bald im Frühling reif. In der Mitte des Gewächshauses
finden Sie den Johannisbrotbaum - Ceratonia siliqua, der Hülsen gibt, aus denen
das Karobe-Mehl gemahlen wird.
Die Bäume mit zwei Blättertypen
sind Eukalyptusbäume, die aus Australien kommen und manche davon in der Natur
die Höhe von bis 50 m erreichen. Wir züchten hier Eucalyptus globulus und
Eucalyptus camaldulensis. Der letztere ist am meisten verbreitet, sowie in der
Natur als auch auf den Plantagen, wo er für Brennholz angebaut wird.Es gibt
etwa 350 Arten von Eukalyptusbäumen und sie geben außer Holz auch Eukalyptusätheröl
und Gerbstoffe.
Gegenüber den
Eukalyptusbäumen sehen Sie immergrüne subtropische Nadelbäume, die mit
auffallend regelmäßiger etagenartiger Verzweigung Aufmerksamkeit erwecken. Es
sind Aurakariengewächse und hier sind sie mit drei Arten vertreten - Araucaria
excelsa, Araucaria bidwillii und Araucaria araucana und auch eine Wollemia
nobilis. Flachnadeln hat auch ein
anderer Nadelbaum - Podocarpus.
Phyllanthus hat anstatt
der Blätter grüne Flachstengel – Phylokladien, die die Blüten tragen.
Tropische
Pflanzen
Jetzt befinden Sie sich
im Gewächshaus mit den tropischen Pflanzen. In der Mitte befindet sich das
Wasserbecken, das in der Sommerperiode zum Züchten der größten Wasserpflanze
dient – Viktoria (Amazonas-Seerose) – lateinisch Victoria cruziana. Die
kreisförmigen Blätter dieser Seerose sind bis über 1 m im Durchmesser groß,
ihre Blüten öffnen sich in der Nacht. Sie stammt aus Amazonien, wo sie ganzjährig
wächst. In dem eingelassenen Wasserbecken können Sie auch Reis – Oryza
sativa sehen, dessen Grasfrüchte eines der bedeutendsten Nahrungsmittel sind.
Im Winter werden im Wasserbecken wegen Raumbedingungen die Pflanzen in Kübeln
untergebracht.
Am Eingang wächst der
Indische Mangobaum - Mangifera indica, was ein tropischer Obstbaum ist. Im
Sumpfland neben der Brücke ist die Papyrusstaude - Cyperus papyrus, die an den
Ufern der tropischen Flüsse wächst und zur
Papiererzeugung in Ägypten schon vor 5000 Jahren benutzt worden war. Die für
Deltas großer tropischer Ströme typische Mangrovevegetation stellt hier ein
wunderschönes Exemplar Pandanus stenophylla mit Stelzenwurzeln dar.
Am Geländer umrankt
sich die Echte Vanille - Vanilla planifolia. Es ist eine Orchidee, deren Frucht
wunderschön duftet. Im Glashaus befinden sich auch einige Bananenbäume - Musa
acuminata. Es ist eine mächtige Pflanze mit unechtem Stamm, der aus
angedrückten Scheiden großer Blätter gebildet wird. Nach Fruchtgabe stirbt
die Pflanze ab und gleichzeitig wächst ein neuer Trieb aus dem Wurzelstock aus.
Das Zuckerrohr -
Saccharum officinarum ist ein tropischer Ausläufergras, das wegen hohen
Zuckergehalts in den Halmen angebaut wird. Gegenüber steht der Kakaobaum -
Theobroma cacao, an dem die Blüten und Früchte direkt an dem Stamm wachsen.
Diese Erscheinung heißt Kauliflorie. Nach Entfetten werden die Kakaobaum-Samen
in Kakaopulver gemahlen. Zu weiteren tropischen Nutzpflanzen gehört z.B.
Pfeffer - Piper nigrum, Baumwolle– Gossypium hirsutum, Melonenbaum– Carica
papaya oder Kokospalme- Cocos nucifera in der Ecke hinter dem Wasserbecken.
Viele tropischen
Pflanzen werden bei uns wegen dekorativer Blätter oder Blüten als
Zimmerpflanzen gezüchtet. Zu den Blatt-Zierpflanzen reihen wir die Pflanzen der
Familien Pfeilwurz-, Maulbeer-, Aronstabartigen, Araliengewächse u.a. Es sind
z.B. die Gattungen Marantha, Ficus, Philodendron, Monstera, Scindapsus,
Diffenbachia, Croton, Dracaena oder Schefflera. Zierblüten haben beispielsweise
Begonia oder Spathiphyllum, das am besten an einer schattigen Stelle zu züchten
ist.
Von den blühenden
Pflanzen verdient sicher Ihre Aufmerksamkeit die Liane über dem Wasserbecken -
Allamanda cathartica - mit prächtigen gelben trompetenförmigen Blüten. Regelmäßig
blühen hier auch Medinilla magnifica oder Heliconia rostrata, die mit den
Bananenbäumen verwandt ist.
Außengartensammlungen
Der Garten ist in zwei
Teile gegliedert – den systematischen, wo die Pflanzen auf den Beeten
nach Familien geordnet sind, und den Teil, wo verschiedene Pflanzenformationen
vorgestellt werden – Biotope, Pflanzengesellschaften, phytogeographische
Gruppen.
Auf den dem
Pflanzensystem gewidmeten Beeten gibt es etwa 1500 Taxa, vor allem der
mitteleuropäischen Flora, jedoch gezüchtet werden auch die bei uns heimisch
gewordenen Arten. Ein Bestandteil ist auch die Probe der Linné-Pflanzenklassifizierung
(nach der Zahl der Staubblätter in der Blüte).
Von den
Pflanzenformationen befinden sich hier folgende Proben:
Pflanzen
der Überschwemmungswiesen und der Auwälder.
Diese befinden sich bei uns vor allem in dem Nieder-March-Gebiet (Pomoraví) und
dem Thaya-Gebiet (Podyjí). Sie bilden Gesellschaften, die dank der
Bewirtschaftung der Landschaft durch den Menschen entstanden sind. Sie bilden
sich in breiten Aluvien der unteren Flussströme. Limitierende Faktoren der
Entstehung sind Schwankungen des
Grundwasserspiegels während des Jahres und wiederholte Überschwemmungen.
Heutzutage sind sie infolge der Wasserstromregulierungen und des
Stauseenaufbaues nur in Überresten erhalten. Zu den Arten, die diese
Gesellschaften bilden, gehören zum Beispiel Sommer-Knotenblume (Leucojum aestivum), Lungen-Enzian (Gentiana pneumonanthe) oder Glanz-Wolfsmilch (Euphorbia lucida ) und andere. Die finden Sie im Bestand.
Pflanzen
der Eichen- und Hainbuchenwälder.
Solche Wälder sind die meist verbreiteten Waldgesellschaften in Südmähren. Am
schönsten sind sie im Frühling, wann im Unterwuchs, das noch nicht ganz durch
den Baumbestand [gebildet
von den Arten Flaum-Eiche (Quercus
pubescens), Winter-Eiche (Quercus
petraea), Gemeine Hainbuche (Carpinus
betulus)]
beschattet wird, viele Pflanzenarten blühen, wie z.B. Hohler Lerchensporn (Corydalis
cava), Schaftdolde (Hacquetia epipactis), Busch-Windröschen (Anemone nemorosa) und
Gelbes Windröschen (Anemone
ranunculoides), Muschelblümchen (Isopyrum
thalictroides), später dann
Purpurblauer Steinsame Lithospermum
purpurocaeruleum) oder
Immenblatt (Melittis melissophyllum).
Wärmeliebende
Nicht-Wald-Vegetation der Tiefböden. Sie
ist in der Pouzdøany-Steppe, den Dunajovice-Bergen und auf den südmährischen
Steppenabhängen und –wiesen zu finden. Einer der wichtigsten ökologischen
Faktoren, der bei Entstehung dieser Gemeinschaften mitwirkt , ist der Wind.
Einige Pflanzenarten haben im Verlauf ihrer Entwicklung auf diesen Faktor mit
bestimmten Anpassungserscheinungen reagiert, vor allem im Mechanismus der
Samenverbreitung. So haben sich z.B. die sgn. Steppen-Läufer entwickelt:
Tataren-Meerkohl (Crambe tataria) oder
Feld-Mannstreu (Eryngium campestre),
die ihre Stengel kugelförmig verzweigt haben. Nachdem die Samen reif geworden
sind, wird die ganze Pflanze von dem Wind abgerissen und durch die Steppe
getrieben und so werden ihre Samen verbreitet. Andere Arten, z.B. einige Federgräser
(Stipa joannis, Stipa
pulcherrima) haben die Grasfrüchte mit derFedergranne, die von Wind
abgetragen wird.
Vegetation
der Flugsande im Gebiet der Städte Bzenec und Hodonín.
Es ist wieder ein Vegetationstyp, den man künstlich nicht nachahmen kann, denn
in der Natur wird der Sand von dem Wind ständig verlegt. Dadurch werden
einerseits die Wurzeln einiger Pflanzen entblößt und andererseits werden die
überirdischen Organe anderer Pflanzen zugeschüttet. Andere wichtigen Faktoren
sind auch rascheses Austrocknen und Überhitzen der oberen Substratschichten.
Solche Bedingungen verträgt nur eine begrenzte Anzahl der Arten. In den
Bedingungen des botanischen Gartens, wo sich der Sand nicht bewegt, wächst die
Humusschicht ziemlich schnell an. Deshalb ist es notwendig, diese Pflanzenruppe
oft umzubauen. Bedeutende Arten sind hier z.B. Sand-Strohblume (Helichrysum
arenarium), Ebensträußiges Gipskraut (Gypsophila
fastigiata subsp. arenaria),
Schleier-Gipskraut (Gypsophila paniculata).
Wärmeliebende
Nicht-Wald-Vegetation in den Serpentinen. Die Serpentinsteppe liegt bei der Stadt Mohelno. Großer Gehalt an
Magnesium im Serpentin hat zur Folge, dass eine ganze Reihe von Arten, die auf
diesem Untergrund wachsen, verkrümmerte Formen, sgn. Nanismen, ausbildet. Dies
kann man in künstlichen Bedingungen kaum erreichen, und deshalb ist diese
Formation im Botanischen Garten eher eine Probe der Gemeinschaft von Arten, die
die westmährischen Serpentinsteppen besiedeln. Es sind z.B. Haar-Ginster (Genista
pilosa), Trugfarn (Notholaena
marantae) oder Weichhaariges Federgras (Stipa
dasyphylla).
Pflanzen
der Buchen- und Buchen-Tannen-Wälder.
Diese Vegetation kommt in der Natur in der Gebirgsvorlandstufe vor, die
heutzutage vom großen Teil entwaldet ist. Die Buchenwälder können sich
einerseits auf sauerem Untergrund entwickel, und dann haben sie verhältnismäßig
arme Krautschicht, andererseits auf neutralem bis basischem Untergrund, wo sie
artenreicher sind. Eine bedeutende Rolle in der Zusammensetzung der Krautschicht
spielt auch die Beschattung, welche z.B. die Arten Gemeiner Frauenfarn (Athyrium
filix-femina) und andere
Farne, weiter Gemeiner Seidelbast (Daphne
mezereum) oder Rotbrauner Frauenschuh (Cypripedium
calceolus) und andere gut
vertragen.
Wärmeliebende
waldfreie Vegetation der Flachböden auf basischem Untergrund. Es
sind die Pflanzen der Palauer Berge, der Kalkfelsenaufschlüsse und der Abhänge
über einigen Abschnitten der tief eingeschnittenen Täler der südwestmährischen
Flüsse u.ä. Diese Vegetation bilden überwiegend die Arten, die an länger
dauernde Trockenperioden und an große Bodentemperaturschwankungen zwischen Tag
und Nacht angepasst sind. Es sind z.B. Zwerg-Schwertlilie (Iris
pumila), Blau-Schwingel (Festuca pallens), Engblättriges Vergissmeinnicht (Myosotis
stenophylla).
Gebirgs-Fichten-Wälder.
In Mähren handelt es sich um die Gipfelpartien der Gebirge Gesenke und
Beskiden in den Seehöhen von über 950 m. Diese Vegetation entwickelt sich im kühlen
und feuchtem Klima, auf den Standorten mit lange liegender Schneedecke. Diese
Verhältnisse sind im Botanischen Garten nicht leicht nachzuahmen, sodass in die
gezeigte Gruppe oft wärmeliebende Pflanzen durchdringen. Die Arten, welche die
ökologischen Gebirgsbedingungen gut vertragen, sind z.B. Rote Lichtnelke (Melandrium
rubrum) oder Ähren-Christopskraut (Actaea
spicata).
Pflanzen
der Balkan-Halbinsel. Viele
der mitteleuropäischen Arten haben ihr Entwicklungszentrum genau in diesem
Gebiet. Dank dem Bergcharakter ist auf dem Balkan immer das Schaf- und
Ziegenweiden betrieben worden. Das hat sich klar in der Ausbildung neuer
Pflanzenformationen geäußert, die durch ständiges Abweiden und Abbeißen der
ausschlagenden Triebe entstanden sind. Dort, wohin die Tiere nicht geraten können
haben, sind die ursprünglichen Wald- und Gebirgsgemeinschaften erhalten
geblieben. Im Botanischen Garten werden z.B. Scharlatroter Storchschnabel (Geum
coccineum), Blaukissen (Aubrietia
deltoides), Wilde Tulpe (Tulipa sylvestris) gezüchtet.
Kaukasus-
und Himalaja- Pflanzen.
Diese Gruppe ist hier sehr breit aufgefasst, schon mit Rücksicht auf ihre
Benennung, und hierher werden auch sibirische Arten ausgepflanzt. Es ist ein großes
Gartenalpinum, in dem auch einige kleinere Sträucher und größere Gewächse
untergebracht sind, z.B. Igelpolster (Acantholimon
glumaceum), Kaukasus Seidelbast (Daphne
caucasica) oder Podophyllum
emodi.
Mittelmeerraum.
Pflanzenarten dieses Territoriums sind an spezifische klimatische
Bedingungen angepasst (Überdauern der ungüstigen Temperaturen in Zwiebeln,
Reduktion der Blattfläche oder Umwandlung der Blätter in Dornen,
Dickblattausbildung oder Ausbildung solcher Oberflächenstrukturen auf den Blättern,
die vor übermäßiger Wasserverdunstung schützen, immergrüne Pflanzen) und im
Vergleich mit unseren heimischen Pflanzen haben sie oft in den Sommermonaten
auch eine Ruheperiode. In den mediterranen Gebieten sind im Winter keine stärkeren
und lange dauernden Fröste wie bei uns und deshalb können die Pflanzen auch im
Winter wachsen. Bei uns ist es nötig, einige mediterrane Arten für den Winter
zuzudecken. Von den gezüchteten Arten nennen wir z.B. Dünnblatt-Spargel (Asparagus
tenuifolius), Garten-Pfingstrose (Paeonia
officinalis), Echte
Salbei (Salvia officinalis)
oder Vitex cannabifolia.
Japans
und Chinas Pflanzen.
Die japanischen Gärten stellen eine der Richtungen der Gartenarchitektur
dar. Einen solchen Garten zu gestalten und zu begreifen erfordert einen
bestimmten Lebensstil und Philosophie. Eine Andeutung dieser Richtung ist vorgestellt
durch Verknüpfung von einigen asiatischen Pflanzenarten, vor allem Sträucher
und Bäume, mit typischen Elementen der japanischen Gärten (Wasserfläche,
Steine, Laternen). Unser Ziel ist, vor allem die Vertreter der dortigen Arten zu
zeigen – z.B.: Callicarpa japonica, Coriaria
japonica, Echter Gingkobaum (Ginkgo
biloba), Tricyrtis hirta.
Europäische
Hochgebirge
(Alpen, Apenninen, Karpaten, Pyrenäen). Die Pflanzen der europäischen
Hochgebirge wachsen hier in einigen Steingärten. Infolge des begrenzten Raumes
ist es nicht möglich, die Gemeinschaften der natürlich nebeneinander
wachsenden Arten nachzubilden. Von den Vertretern nennen wir wenigstens Kelch-Simsenlilie
(Tofieldia calyculata),
Alpen-Waldrebe (Clematis alpina), Alpenlattich
(Homogyne alpina).
Pflanzen
europäischer Moorwiesen.
Es ist nicht einfach, die wichtige Rolle, die das Wasser bei der
Entstehung von Trofmooren spielt, nachzuahmen. Für die gepflanzten Arten können
wir geeignetes saueres Torfsubstrat vorbereiten, das Durchwachsen der Nicht-Torf-Arten
und der Wurzeln von herumstehenden Bäumen verhindern. Trotzdem vertragen nur
einige widerstandfähige Pflanzen diese künstlich
gestalteten Bedingungen.Es sind z.B.: Mehl-Primel (Ledum
palustre), Sumpfporst
oder Rosmarinblättrige Kriech-Weide
(Salix repens subsp. rosmarinifolia).
Langzeitige Züchtung der wichtigen Laubmoose, vor allem Torfmoose und auch der
Mehrheit der Arten aus der Familie Beerensträuche (Vacciniaceae)
oder Heidekrautgewächse (Ericaceae) gelingt uns nicht.
Salzsumpf.
In Südmähren befindet sich der südwestliche Vorposten des sonst
zusammenhängenden Areals der pannonischen Salzpflanzenvegetation (Halophyten).
Hier befinden sich einige kritisch gefährdeter Lokalitäten mit Vorkommen der
die Salzböden vertragenden Arten. Für Salzsümpfe ist der limitierende Faktor
der Grundwasserspiegel und seine Schwankungen während des Jahres, womit das
Auswaschen der Salze aus dem Untergrund zusammenhängt. Salze (vor allem
Kalium-, Magnesium- und Natriumsulfate) sind ein Überrest des tertiären Meeres.
Obwohl diese Lokalitäten ursprünglich den Klein-Flächen-Charakter hatten,
haben sie sich dank dem Wirken des Menschen in die Nähe der menschlichen
Siedlungen verbreitet, vor allem auf den Gemeindeweideplätzen, wo Gänse
geweidet worden sind. Zu den bedeutenden Arten der salztoleranten Flora Südmährens
gehören: : Agrostis stolonifera, Aster tripolium, Atriplex prostrata,
Bolboschoenus maritimus, Bupleurum tenuissimum, Carex otrubae, C. secalina,
Chenopodium glaucum, Crypsis aculeata, Glaux maritima, Heleochloa schoenoides,
Juncus gerardii, Lotus tenuis, Melilotus dentata, Plantago maritima, Puccinellia
limosa, Rumex stenophyllus, Salicornia prostrata, Samolus valerandii, Scorzonera
parviflora, Senecio erraticus, Spergularia marina, S. media, Suaeda pannonica,
Taraxacum bessarabicum, Trifolium fragiferum.
Unkräuter
unserer Felder. Zu den
Grundpflichten der botanischen Gärten gehört auch die Erhaltung von Genofonds
der ursprünglichen Arten des gegebenen Territoriums. Infolge der Intensivierung
der Landwirtschaft, besonders unter Einfluss der Anwendung von Pestiziden in
Feldkulturen und neuer Technologien bei Saatgutreinigung kam es innerhalb ein
paar Jahrzehnte zu einer drastischen Senkung der Anzahl einiger Feldunkrautarten,
in einigen Fällen sogar zu ihrem definitiven Verschwinden (Lein-Seide). Die
kleine Fläche des Unkrautfeldes in unserem Botanischen Garten zeigt einige
Unkrautarten, die nach der Roten Liste der gefährdertenPflanzen unserer
Republik zu den stark bis kritisch gefährderten gehören. Es sind vor allem
Korn-Rade (Agrostemma githago), Hahnenfuss-Hasenohr
(Bupleurum ranunculoides), Roggen-Trespe
(Bromus secalinus) und Taumel-Loch (Lolium temulentum). Andere
Arten kommen immer noch nur selten vor, wi z. B. Kleinfrüchtiges
Klettenlabkraut (Galium spurium),
Strahlen-Hohlsame (Bifora radians),
Feld-Klettenkerbel (Torilis arvensis),
Sichel-Wolfsmilch (Euphorbia falcata). Der Bestand ist mit einigen
gewöhnlichen Arten der Feldkulturen des Getreidebestandes ergänzt.