Sukkulenten und Kakteen
Die Abteilung mit sukkulenten Pflanzen stellt die Arten vor, die in ihren Organen beträchtliche Wassermenge speichern und so unbeschadet ungünstige Trockenperioden überleben können. Sukkulenten sind an das Leben in Wüsten und Halbwüsten angepasst.
Die größte Gruppe stellen die Kakteen dar, die fleischigen Stengel haben und ihre Blätter sind in Dornen umgewandelt, die die Pflanze vor allem vor Pflanzenfressern schützen. Die Familie der Kakteen ist in Nord- und Südamerika verbreitet. Was die Form betrifft, ist diese Pflanzengruppe sehr verschiedenartig. In unserer Sammlung haben wir Kakteen mit verflachten Stengeln, z.B. Opuntia ficus-indica, die essbare Früchte hat. Säulenkakteen heißen Cereus peruvianus, und sie gehören zu unseren ältesten Kakteen. Attraktiv ist die Art Echinocactus grusonii mit kugelförmigem Körper. Unser Exemplar ist etwa 80 Jahre alt. Sehr interessant ist die Gattung Mammilaria, deren Vertreter bei uns alljährlich blühen. Eine Besonderheit stellt die Art Cephalocereus senilis dar, die anstatt der Dornen weiße Haare hat, welche der Bart ähnlich aussehen. Deshalb wird sie volkstümlich Greischen genannt.
Am Gartenfenster wächst eine der wenigen Kakteenarten, die Blätter haben. Sie heißt Pereskia aculeata und wird als Propfunterlage bei Kakteenkopulieren verwendet.
Zu der artenreichen Familie der Wolfsmilchgewächse gehören sowie bei uns wachsende Pflanzenarten als auch tropische oder subtropische Hölzer oder Sukkulenten. Am häufigsten gezüchtet wird Euphorbia milii, genannt auch Christusdorn, sowie Euphorbia tetragona oder Euphorbia triangularis. Nach Verletzung vergießen alle Wolfsmilchgewächse sehr giftige Milch, die auch die Haut ätzen kann.
Eine andere große Gruppe bilden Pflanzen, die sukkulente Blätter haben. Auch bei uns hat die fast in der ganzen Welt verbreitete Familie der Dickblattgewächse ihre Vertreter. Hier werden Vertreter der Gattungen Aeonium, Crassula, Echeveria a Kalanchoe gezeigt.
Zu den Liliengewächsen gehört die Aloe, die aus Südafrika und Madagaskar stammt. Diese Pflanze hat seit uralten Zeiten große Bedeutung in der Heilkunde. Bei uns wird als Zimmerpflanze am häufigsten die Art Aloe aborescens gezüchtet. Die Gattung Agave von der gleichnamigen Familie bildet mächtige Rosetten mit bis 2 m langen Blättern aus. Sie stammt aus Südamerika, aber wird in Subtropen und Tropen weltweit gezüchtet. Die bekannteste Art ist Agave americana, jedoch die größte wirtschaftliche Bedeutung hat Agave sisalana. Aus den Fasern, die die Blätter dieser Pflanze enthalten, werden Seile, Stricke und Säcke erzeugt.
Zu der Familie der Agavengewächse gehört auch Nolina recurvata, die Sie inmitten des Gewächshauses sehen können. Ihr Stengel ist auf der Basis kandiform (keulenförmig). Unser Exemplar ist etwa 90 Jahre alt. Eine andere bekannte Gattung ist Sansevieria, die geläufig in Wohnungen gezüchtet wird. Am häufigsten sind es Sansevieria trifasciata und Sansevieria hahnii.
Unter den Züchtern ist die Gattung Pachypodium beliebt. Sie gehört zu der Familie der Hundsgiftgewächse und stammt aus Madagaskar. Es sind Sträucher oder Bäume mit kandiformem Stamm, auf dessen Wipfel lange grüne Blätter sind. Der Stamm ist im Inneren fleischig, später hohl und auf der Oberfläche dicht dornig. Am häufigsten wird die Art Pachypodium lamerei gezüchtet. Zu dieser Familie gehört auch Plumeria alba, die meistverbreitete Zierpflanze der Tropen. Auf Hawaii werden aus ihren Blüten die bekannten Halskränze gemacht.