Brno-Lesná – experimentelle Nachsaat auf trockenen Hängen
Im Frühjahr 2025 haben wir auf der Siedlung Lesná den Zustand der dortigen Rasenflächen untersucht und nach Orten gesucht, an denen sich Trockenheit und sommerliche Überhitzung besonders stark zeigen. Dabei wurde deutlich, dass gerade die sonnigsten Hänge stark belastet sind und die Bestände dort oft lückig und wenig geschlossen sind. An ausgewählten Stellen folgte deshalb im Herbst eine experimentelle Nachsaat mit regionalem Saatgut, um zu prüfen, ob sich die Rasenflächen unter diesen extremen Bedingungen schrittweise verbessern lassen.
Was hat die Untersuchung gezeigt?
Die Untersuchung wurde auf 80 Flächen mit einer Grösse von 2 × 2 Metern durchgeführt, an sonnigen und schattigen Standorten sowie in unterschiedlicher Entfernung zu Wegen. Es zeigte sich, dass viele Rasenflächen in Lesná trotz ihres Alters relativ artenarm sind. Vorherrschend sind Arten, die mit städtischen Bedingungen und häufiger Mahd gut zurechtkommen, zum Beispiel Wiesen-Rispengras (Poa pratensis), Knaulgras (Dactylis glomerata), Schafgarbe (Achillea millefolium agg.) oder Gundelrebe (Glechoma hederacea).
An den trockensten Stellen treten zudem vermehrt einjährige Pflanzen auf, die im Sommer vertrocknen und verschwinden. Besonders problematisch sind Arten wie die Weiche Trespe (Bromus hordeaceus) oder die Mäusegerste (Hordeum murinum), die ausserdem unangenehme Grannen haben. Dadurch wird der Bestand lückiger, bedeckt den Boden schlechter und ist noch anfälliger für weiteres Austrocknen. Am stärksten zeigte sich dieses Problem an den sonnigen Hängen.
Wie geht es auf dieser Fläche weiter?
Gerade an den am stärksten belasteten Stellen wurden deshalb im Herbst 2025 mehrere Versuchsflächen mit Nachsaat angelegt. Verwendet wurde Saatgut, das mit einem speziellen Bürstensammler aus trockenen Rasenbeständen an den südexponierten Hängen des besonders geschützten Gebiets Medlánecké kopce gewonnen wurde.
Ziel der Nachsaat ist es, Arten einzubringen, die den Boden gut bedecken, weniger Biomasse bilden und gleichzeitig extreme sommerliche Bedingungen aushalten. Gesucht wird also ein Bestand, der auf trockenen Standorten stabiler ist und besser an die örtlichen Bedingungen angepasst ist.
Was ist das Ziel dieser Fläche?
Auf dieser Pilotfläche beobachten wir, ob eine gezielte Nachsaat mit regionalem Saatgut dazu beitragen kann, den Zustand von Rasenflächen an trockenen städtischen Standorten zu verbessern.
Uns interessiert vor allem:
- ob sich die nachgesäten Arten im bestehenden Rasen durchsetzen können,
- ob die Nachsaat die Geschlossenheit des Bestands verbessern kann,
- ob sich auf diese Weise auch unter extremen Bedingungen stabilere und widerstandsfähigere Rasenflächen fördern lassen.
In den kommenden Jahren werden weitere Untersuchungen zeigen, ob eine solche Nachsaat ein geeignetes Instrument für die schrittweise Verbesserung von Rasenflächen an den trockensten Standorten sein kann.
Mit wem arbeiten wir zusammen?
Diese Fläche ist durch die Zusammenarbeit des Projektteams PannFlora, der Stadtverwaltung des Stadtbezirks Brno-sever sowie der Firmen entstanden, die die Pflege der Rasen- und Grünflächen in der Wohnsiedlung Lesná übernehmen.