MUNI-Campus – wie die Häufigkeit der Mahd Rasenflächen und das Mikroklima beeinflusst

Im Areal des Universitätscampus in Bohunice beobachten wir, wie sich unterschiedliche Mahdregime auf das Erscheinungsbild städtischer Rasenflächen und auf die Bedingungen in ihrer Umgebung auswirken. Die Art der Pflege entscheidet nämlich nicht nur darüber, wie ein Bestand aussieht, sondern auch darüber, wie gut er Feuchtigkeit speichert, wie stark er sich aufheizt und welche Rolle er im städtischen Raum spielen kann.

Warum beschäftigen wir uns damit?

Rasenflächen gehören zu den häufigsten Formen städtischen Grüns. Gerade deshalb ist es wichtig, wie sie aussehen und wie sie funktionieren. Sie sind nicht nur eine grüne Kulisse zwischen Gebäuden. Sie können dazu beitragen, ihre Umgebung zu kühlen, Feuchtigkeit zu speichern, die Auswirkungen sommerlicher Hitze abzumildern und zugleich Raum für Pflanzen und kleine Tiere zu bieten.

Die übliche Pflege städtischer Rasenflächen besteht jedoch oft in einer regelmässigen und häufigen Mahd während der gesamten Vegetationsperiode. Solche niedrig gehaltenen Bestände sind meist artenarm, trocknen in heissen Sommern oft vollständig aus und ihr Beitrag zum lokalen Mikroklima ist begrenzt. In solchen Beständen können sich in der Regel nur wenige Kräuter halten, und dadurch ist der Rasen weniger in der Lage, Feuchtigkeit zu speichern und seine Umgebung zu kühlen.

Gerade in Zeiten häufiger werdender Hitzewellen und Trockenperioden suchen wir deshalb nach Pflegeansätzen, die dazu beitragen können, städtische Grünflächen vielfältiger, widerstandsfähiger und funktionaler zu machen.

Wie ist das Experiment aufgebaut?

Das Experiment wurde im Herbst 2019 zwischen dem Gebäude A32 und der Sporthalle des Masaryk-Universitätscampus angelegt. Es besteht aus neun Parzellen mit einer Grösse von 2 × 2 Metern, auf denen wir drei verschiedene Pflegeregime vergleichen:

  • ungemähte Flächen,
  • zweimal jährlich gemähte Flächen,
  • mindestens sechsmal jährlich gemähte Flächen.

Die Parzellen sind so angeordnet, dass sich die einzelnen Pflegeformen möglichst wenig gegenseitig beeinflussen und ihre Wirkungen gut verglichen werden können.

Was ist das Ziel dieser Fläche?

Auf dieser Pilotfläche beobachten wir, wie sich die Häufigkeit der Mahd auf die Artenzusammensetzung von Rasenflächen und auf ihre Fähigkeit auswirkt, auf sommerliche Hitze und Trockenheit zu reagieren. Uns interessiert, wie die Art der Pflege sowohl das Funktionieren des Bestands als auch seine Bedeutung für den städtischen Raum beeinflussen kann.

Konkret untersuchen wir, wie die Mahdhäufigkeit:

  • die Artenvielfalt der Rasenflächen beeinflusst,
  • die Überhitzung der Oberfläche und der umgebenden Luft beeinflusst,
  • die Widerstandsfähigkeit und Funktionalität von Rasenflächen im städtischen Grün verändert.

Mit wem arbeiten wir zusammen?

Diese Fläche wurde von Forschenden des Instituts für Botanik und Zoologie der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Masaryk-Universität angelegt und wird langfristig beobachtet.

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